Naturheilpraxis

Eric Schnecko

Erkrankungen des Verdauungssystems (allg.) 

© by Naturheilpraxis Eric Schnecko, Paul-Laufenberg Str. 9, 55276 Oppenheim

Die ungeheuer wichtigen Funktionen des Darms und des Verdauungssystems als Grundlage der Gesundheit wird zur Zeit intensiv beforscht und publik gemacht, wodurch die Themen Darmflora und Mikrobiom mehr und mehr ins Zentrum bei der Behandlung diverser Krankheiten rücken.

Neben den meist bekannten Nahrungsmittelallergien gibt es eine Vielzahl von Erkrankungen und Störungen im Bereich des Verdauungssystems. Hier spielen Entzündungen, Funktionsstörungen wie z.B. Verdauungs- und Aufnahmestörungen, Pilze, Gallensäuren und ganz besonders die bereits erwähnten Darmbakterien, auch Darmflora genannt, eine entscheidende Rolle. 

Eine Hauptaufgabe des Darms und seiner Anhangdrüsen ist die Zerkleinerung (Digestion) und Aufnahme (Absorption) von Nährstoffen zu gewährleisten. Erst dann sind diese medizinisch gesehen im Körper angelangt. Für diese Zerkleinerung sind Zähne, Speichel, Magen und vor allem die Bauchspeicheldrüse wichtig.

Diese sollte bei Symptomatiken wie Durchfall kurz nach Nahrungsaufnahme, Verdauungs- und Aufnahmestörungen immer mit in Betracht gezogen werden, da bei unzureichender Enzymproduktion die Nahrung nicht richtig zerkleinert und aufgespalten werden kann und somit unverdaute Nahrungsbestandteile die unteren Darmabschnitte anfluten. Liegt zusätzlich eine hohe Anzahl von Fäulniskeimen vor, werden diese unverdauten Nahrungsreste verstoffwechselt und die daraufhin produzierten Gifte (biogene Amine wie z.B. Histamin) können vielfältige Beschwerden im Verdauungstrakt und eine Belastung der Leber mit Symptomen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Infektanfälligkeit verursachen.

Außerdem werden die Entgiftungssysteme über das normale Maß hinaus beansprucht (siehe Vitamin C). 

Das von einigen Darmbakterien, wie z.B. den Clostridien vermehrt gebildete Histamin kann ebenfalls für eine Reihe von Symptomen verantwortlich sein (siehe Histamin-Intoleranz/Histaminose). Eine derartige Verschiebung der Darmflora mit den gerade erwähnten Folgen findet sich oftmals nach einer Antibiotika Therapie (siehe Antibiotika). 


Entzündungen des Darmes sind ebenfalls eine wichtige Ursache diverser Krankheiten und Symptome. Hierbei sind nicht nur die manifesten chronischen Darmentzündungen wie die Hauptvertreter Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa gemeint, sondern gerade auch die latenten, schleichenden Entzündungen, welche nicht durch eine Koloskopie entdeckt werden können, sich wohl aber durch die Bestimmung diverse Entzündungsparameter im Stuhl nachweisen lassen.

Eine Entzündung der Darmschleimhaut (Mukositis) kann zum sogenannten Leaky Gut Syndrom führen, d.h. zu einer geschädigten Darmwand mit erhöhter Durchlässigkeit. In Folge dessen kann die Barrierefunktion der Darmzellen an der Oberfläche nicht mehr ausreichend aufrecht erhalten werden. Es kommt zum vermehrten Einstrom von Nahrungsbestandteilen und Antigenen durch die Darmwand und daraufhin zu gesteigerten Immunreaktionen. Allergien, aber auch die Fruktose-Intoleranz (korrekt wäre eigentlich die Bezeichnung Fruktose-Malabsorption) finden hier Ihre Basis (Schädigung des Glut-5 Transporters durch die Mukositis). 

Hier sollten antientzündliche Therapien zum Einsatz kommen und die geschädigte Darmwand inklusive des Darmschleims wieder aufgebaut werden.


Wird die Diagnose „Reizdarm“ gestellt, bedeutet dies im allgemeinen, dass man das Problem nicht gefunden hat, es ist eine reine Ausschlussdiagnose. Es lohnt sich aber auch hier der Ursache auf den Grund zu gehen und die diversen Funktionen des Verdauungssystems auf eine Störung hin zu untersuchen. Ca. 50% der Patienten beim Gastroenterologen verlassen die Praxis mit der Diagnose "unspezifische Magen-Darmstörung / Reizdarm". 

Die Symptome sind meist: Blähungen, Durchfall, Krämpfe, Verstopfung, Übelkeit, ein Gefühl der unvollständigen Entleerung und Appetitlosigkeit. Begleitet werden diese Symptome oftmals mit: Müdigkeit, Hauterscheinungen, Allergie, Kopfschmerzen/Migräne, Gelenk- und Muskelschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten.


Dass der Darm auch einen großen Einfluss auf unser Nervensystem und somit die Psyche hat, wird ebenfalls mehr und mehr publik. Man spricht von der sogenannten „Darm-Hirn Achse“ oder dem „Bauchhirn“. Dieses enterische Nervensystem umfasst mehr Nervenzellen als unser Rückenmark. Es sorgt für die Kontraktionen der diversen Muskeln zur Fortbewegung des Nahrungsbreis, hat aber auch einen Einfluss auf unser Gefühlserleben, da diese Zellen aus einem Teil der Großhirnrinde stammen, in dem Gefühle und Emotion verarbeitet werden (die Zellen des enterischen Nervensystems wandern während der Embryonalentwicklung vom limbischen System ausgehend den Vagusnerv entlang Richtung Darm). Auch interessant ist die Tatsache das ca. 80% unseres "Entspannungshormons" Serotonin im Darm gebildet wird. Es ist somit offensichtlich, dass unser psychisches Befinden auch stark mit der Darmgesundheit zusammenhängt.


Eine Stuhluntersuchung, der sogenannte Darmcheck, gibt über die Situation im Verdauungstrakt Auskunft und somit kann aufgrund der Ergebnisse im Anschluss eine zielgerichtete Therapie erfolgen. Häufig zum Einsatz kommen hierbei sogenannte Präbiotika (Ballaststoffpräparate, refraktäre Stärke) aber auch spezielle Bakterien in Form von Probiotika, Verdauungsenzyme, Nahrungsergänzungsmittel und eventuell auch PH-Wert stabilisierende Mittel. 


Fachinfo: 

Der Darmcheck beinhaltet die Bestimmung des Stuhl-PH-Wertes, die Zusammensetzung der Darmflora mit den wichtigsten Aerobiern und Anaerobiern, Milch- und Essigsäurebildnern und der sog. Fäulnissflora. 

„Alpha-1-Antitrypsin“ erlaubt die Diagnose eines Leaky Gut Syndroms und das „Calprotectin“ kann Hinweise auf eine CED (Chronisch entzündliche Darmerkrankung) geben. Verdauungsrückstände lassen an eine Maldigestion bzw. Absorption denken und die „Pankreaselastase“ erlaubt eine Beurteilung der exokrinen Funktion des Pankreas. 

Das sekretorische Immunglobulin A beschreibt die Situation in Bezug auf die Schleimhautimmunität. Bei entzündlichen Fragestellungen gibt es die Möglichkeit der Durchführung eines TNF-alpha Hemmtests.

Durch den vermehrten Bedarf an Basen welche zum Abklingen einer Entzündung gebraucht werden, wird im gleichen Zug auch mehr Salzsäure durch die Belegzellen des Magens gebildet. Sinkt daraufhin der PH-Wert im Zwölffingerdarm können die Verdauungsenzyme des Pankreas nur unzureichend aktiviert werden. Es kommt zu den oben erwähnten Verdauungsrückständen, welche durch die Metabolisierung der Darmbakterien zu entzündungsfördernden Stoffen wie Histamin werden. Dieser Circulus Vitiosus sollte möglichst unterbunden werden.

Für den Aufbau der Mucosa, Bildung von kurzkettigen Fettsäuren und Defensinen sind maßgeblich die beiden Darmkeime Akkermansia Muziniphila und Faekalbakterium Prausnitzii verantwortlich. Diese Bakterien können durch eine Stuhlanalyse bestimmt werden.

Bei einer Entzündungα Hemmtestes und die darauffolgende Testungen von Immunmodulatoren.

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