Naturheilpraxis

Eric Schnecko

Darmflora & Intestinales Mikrobiom 

© by Naturheilpraxis Eric Schnecko, Paul-Laufenberg Str. 9, 55276 Oppenheim

Im menschlichen Körper befindet sich eine große Anzahl von Mikroorganismen (hauptsächlich Bakterien), welche in Ihrer Gesamtheit als das „Mikrobiom“ bezeichnet wird. Dieses stellt einen wesentlichen Teil des menschlichen Stoffwechsels da und die Stoffwechselleistung des Mikrobioms gleicht dem unseres aktivsten Organs auf diesem Gebiet, nämlich der Leber!

Für viele Fragestellungen rund um das Thema Gesundheit & Krankheit ist die Zusammensetzung des Darmmikrobioms (sog. Intestinales Mikrobiom) besonders interessant. Hier gibt es nützliche Keime wie z.B. die Lactobazillen und Bifidobakterien, welche die im Darm wichtigen Substanzen Milch- und Essigsäure bilden und so den Darm ansäuern. Wieder andere, wie z.B. Coli Bakterien trainieren dauerhaft das Immunsystem und halten es so schlagbereit. Das Bakterium Akkermansia Muciniphila stimuliert die Produktion des so wichtigen Schleims der Darmschleimhaut (s. Leaky Gut) und Faecalibakterium Prausnitzii liefert die wichtige Nahrung für unsere Darmwandzellen in Form von kurzkettigen Fettsäuren. 

Weitere wichtige Aufgaben der Darmflora bzw. des Mikrobioms sind die Abwehr von pathogenen Keimen durch die Bildung einer Barriere zu den Darmzellen (Kolonisationsresistenz und Bildung von antimikrobiellen Substanzen), die Regulation der Stuhleigenschaften, diverse Stoffwecheslfunktionen, Bildung von Nährstoffen und diverser Vitamine wie z.B. Vitamin K und Thiamin und vieles mehr.

Insgesamt besteht das Intestinale Mikrobiom aus über 1000 verschiedene Spezies mit einer Gesamtmasse von 1kg. Dabei übersteigt die Anzahl der Zellen und der Gene die des Menschlichen Körpers, was die Wichtigkeit in eindrucksvoller Weise aufzeigt. 

Die Untersuchung des intestinalen Mikrobioms geht aber noch einen Schritt weiter wie die der  „gewöhnlichen“ Untersuchung der Darmflora. Durch eine Analyse der Gene der im Stuhl vorkommenden Keime, lassen sich nun auch diejenigen identifizieren, welche normalerweise bei Kontakt mit Sauerstoff zerstört werden (99% sind anaerobe Keime).

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass bakterielle Fehlbesiedlungen des Mikrobioms (sog. Dysbiose) mit ursächlich sind bei Erkrankungen wie den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa, Autoimmunerkrankungen, Allergien, Metabolisches Syndrom, AdipositasDiabetes, Reizdarmsyndrom, Darmkrebs und einer Vielzahl von neurologisch-psychiatrischen Erkrankungen. Durch diverse Auswertungen der Anzahl und Verhältnisse dieser Keime lassen sich Aussagen zum individuellen Risiko für oben genannte Erkrankungen machen.


Ebenso wichtig wie die Bestimmung der physiologischen Flora ist der Nachweis auf aufgewucherte pathologische, also krankmachende Keime, wobei wir nicht an den Keimen selbst erkranken, sondern am den von Ihnen produzierten Stoffen. Diese sog. Metabolite (biogenen Amine), können den Körper vergiften, die Leber belasten, Hautkrankheiten auslösen, Blähungen, Kopfschmerz, Migräne und noch vieles mehr verursachen. 

Die Folgen des von vielen Fäulniskeimen gebildeten Histamins sind ausführlicher auf der Seite Histaminose dargestellt. Begünstigt wird eine Aufwucherung dieser krankmachenden Keime durch eine Vielzahl von Faktoren, wie z.B. eine unzureichende Verdauung und eine damit einhergehende Anflutung von Verdauungsrückständen in den unteren Darstreckt (s. Bauchspeichedrüse), einen zu sauren PH-Wert im Zwölffingerdarm, Entzündungen und Leaky Gut. An erster Stelle der Ursachen stehen aber immer noch die Folgen von Antibiotika Einnahmen.

Besteht der Verdacht, dass eine Krankheitsbild mit einer pathologischen Situation des Mikrobioms in Verbindung steht, empfehle ich meinen Patienten eine Stuhluntersuchung der Darmflora bzw. des Mikrobioms, der Verdauungsrückstände und diverser Entzündungsparameter um so eine gezielte Therapie ausarbeiten zu können. Auch durch die enorme Aussagekraft im Hinblick auf die Vorsorge im Rahmen eines allgemeinen Gesundheitchecks empfiehlt sich die Untersuchung des Intestinalen Mikrobioms.


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