Naturheilpraxis

Eric Schnecko

Gastritis / Helicobakter-pylori Infektionen  

© by Naturheilpraxis Eric Schnecko, Paul-Laufenberg Str. 9, 55276 Oppenheim

Eine Magenschleimhautentzündung kann akut auftreten, meist in Folge einer Nahrungsmittelvergiftung, Medikamenteneinnahme oder Alkoholkonsum (seltener durch eine akute Besiedelung mit pathologischen Helicobakter-pylori-Stämmen), oder auch chronisch verlaufen. Die chronischen Formen der Gastitis unterteilen sich in die vom Typ A, eine Autoimmunreaktion gegen verschiedene Magenzellen (Belegzellen & Intrinsic-Faktor), vom Typ B, welche durch das Bakterium Helicobakter-pylori ausgelöst wird und sich im unteren Teil des Magens abspielt (Antrumgastritis) und die Typ-C-Gastritis (chemisch-toxische Ursachen, Gallensäuren-Reflux etc.)

Die Beschwerden sind zum Teil sehr unterschiedlich und reichen von Symptomfreiheit über leichte Übelkeit, Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Sodbrennen, morgendlicher Nüchternschmerz und Druckgefühl im Oberbauch nach Nahrungsaufnahme bis hin zu Erbrechen mit starker Übelkeit. Bei der Typ-A-Gastritis können zusätzlich noch Symptome eines Vitamin B12-Mangels hinzukommen (s. B12-Mangel).


Die häufigste Ursache der Gastritis ist aber die vom Bakterium Helicobakter-pylori ausgehende Form vom Typ-B. Weltweit sind schätzungsweise 50% der Bevölkerung infiziert (70-80% in Entwicklungsländern, in Deutschland 10% der Schulkinder und 75% der Senioren). Der Übertragungsweg ist nicht genau geklärt, wahrscheinlich ist aber eine Übertragung von Mensch zu Mensch, wobei die hygienischen Verhältnisse auch eine Rolle spielen. Es gibt ca. 20 verschiedene Arten des Bakteriums, wobei nur einige wenige im Hinblick auf die Typ-B-Gastritis von Bedeutung sind.

Ungefähr 90% aller Magenschleimhautentzündungen werden Helicobakter-pylori zugeschrieben, ebenso die Mehrzahl der Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, welche eine gefürchtete Komplikation darstellen. Die Ursache hierfür ist ein Zuviel an Magensäure (Hyperazidität), da diese die Magenwand angreift und in Folge der Zerstörung und Entzündung der Schutz durch die Magenschleimhaut mehr und mehr zugrunde geht.

Ob die Magenschleimhaut bereits stark angegriffen ist, oder nur leicht, lässt sich durch eine Laboruntersuchung feststellen. Der Nachweis von Helicobakter gelingt durch eine Stuhlprobe und dem darin enthaltenen Antikörper, sowie dem Enzym Urease.

Der alleinige Nachweis von H.P. sollte aber noch nicht eine Therapie nach sich ziehen. Erst mit dem Auftreten entsprechender Symptome und einer nachgewiesenen Schädigung der Magenschleimhaut sollte eine Behandlung erfolgen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass trotz eines Vorhandenseins von H.P. nur 10-15% tatsächlich ein Magengeschwür entwickeln und nicht bei allen Menschen bei denen ein solches Geschwür vorliegt sich auch immer eine Infektion mit H.P. nachweisen lässt. Hier ist die Sachlage also keineswegs so sicher wie es meist dargestellt wird..  


Die schulmedizinische Vorgehensweise bestehst in der sog. Eradikationstherapie mit der Anwendung von zwei verschiedenen Antibiotika und einem Magensäureblocker. Problematisch ist diese Vorgehensweise, wie allgemein alle Antibiotikagaben, da durch die negativen Auswirkungen auf das Mikrobiom bzw. die Darmflora (s. Antibiotika & Mikrobiom) diverse Folgebeschwerden auftreten können. 

Darüberhinaus wurde festgestellt, dass zwar durch die Eradikationstherapie die Häufigkeit eines Magenausgangsgeschwüres reduziert wurde, jedoch die der Mageneingangsgeschwüre durch vermehrten Reflux von Magensäure zunahm (s. "Darmbakterien als Schlüssel der Gesundheit" Dr. Anne Katharina Zschocke). 

Eine Studie hat gezeigt (EPIC Studie von 2006), dass auch im Falle von H.P. das Milieu (z.B. vermehrter Fleisch- und Kaffeekonsum) und das bakterielle Gleichgewicht im Magen von entscheidender Wichtigkeit sind. Eine Omega-3-reiche Ernährung wirkt ebenfalls einer Aufwucherung von Helicobakter entgegen. 

Weitere Behandlungsoptionen bestehen in der Mikrobiologischen Therapie mit Lactobacillus reuteri (binden an H.P. und können so ausgeschieden werden), der Gabe von sekundären Pflanzenstoffen, Vitamin C und Glutathion.



Fachinfo: Eine Hyperazidität des Magens kann eine Folge von vermehrt benötigten Basen, z.B. in Folge chronischer Entzündungen sein, arbeiten die Belegzellen des Magens nach der Gleichung: 

NaCl + Co2 + H2O = NaHCo3 + HCL

Verschiebt sich das Reaktionsgleichgewicht durch den vermehrten Verbrauch von Basen also auf die rechte Seite, wird als "Abfallprodukt" vermehrt Salzsäure gebildet und lässt somit den PH-Wert im Magen sinken. Es macht daher Sinn hier immer auch nach Quellen verstärkten Basenbedarfs (Entzündungen) im Körper nachzuforschen.  

Helicobakter bezieht seine Energie aus der Zersetzung von Harnstoff, welcher durch das Enzym Urease (Möglicher Nachweis im Blut/Stuhl) zu Ammoniak und Co2 umgesetzt wird. Die Ureaseaktivität kann durch Vitamin C gehemmt werden (s. Dr. med. Bodo Kuklinski & Dr. Anja Schemionek - Mitochondrientherapie). Vitamin C Mangel ist also eine Basis für die Entwicklung einer Gastritis, d.h im Umkehrschluss, dass eine Therapie mit Vitamin C (2g/d als Calciumascorbat) das Bakterium hemmt. 


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