Naturheilpraxis

Eric Schnecko

Vitamin D / Vitamin D-Mangel 

© by Naturheilpraxis Eric Schnecko, Paul-Laufenberg Str. 9, 55276 Oppenheim

Auf die Wichtigkeit eines ausreichend hoch eingestellten Vitamin D-Spiegels im Körper soll hier noch im Besonderen hingewiesen werden, da sich ein eklatanter Mangel des Hormons bei nahezu 80-90% der Bevölkerung findet.

Vitamin D kann in unseren Breitengraden nur im Zeitraum von April bis September gebildet werden, da hierfür ein bestimmter Wellenlängenbereich der Sonnenstrahlen Voraussetzung ist (UV-B / 290 bis 315 nm). Ebenfalls Voraussetzung ist natürlich eine entsprechende Exposition von möglichst viel Hautoberfläche, ohne aber Sonnenschutzmittel aufgetragen zu haben. Über die Nahrung kann kein ausreichend hoher Spiegel gebildet werden (der höchste Gehalt findet sich in Lebertran, Hering und Lachs), da hier Unmengen der entsprechenden Lebensmittel verzehrt werden müssten.

Die allgemeinen bzw. alten Empfehlungen betreffend eines ausreichenden Vitamin D-Spiegels sind völlig unzureichend, zeigt doch die moderne Forschung, dass ein umfangreicher Profit für die Gesundheit durch das Sonnenvitamin erst bei bedeutend höheren Spiegeln zu erwarten ist. 

In fast allen Zellen unseres Körpers befinden sich Rezeptoren für Vitamin D an der Zellmembran. Dementsprechend vielfältig sind auch die möglichen Profite für die Gesundheit einer ausreichend hohen Versorgung. 

Zu diesen Profiten gehören unter anderem eine schützende Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem und insbesondere auf die Gefäßgesundheit. Vitamin D senkt den Blutdruck bei Hypertonie und auch das Risiko für die arterielle Verschlusskrankheit.

Das Sonnenvitamin stärkt die Knochen und wirkt der Osteoporose entgegen, sorgt es doch unter anderem für eine gute Calciumverwertung aus der Nahrung. Bei Mangel an Vitamin D findet sich ein stark erhöhtes Risiko für Knochenbrüche und Stressfrakturen.

 

Beim Diabetes Mellitus ist ein ausreichend hoher Spiegel besonders wichtig, ist doch die Bildung, Ausschüttung und Verwertung des Insulins vom Vitamin D abhängig.
Ebenfalls sehr positive Effekte auf den Krankheitsverlauf lassen sich bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulzerosa, sowie bei Allergien, Atemwegsinfekten, Asthma und grippalen Infekten feststellen. 

 

Der Vitamin D Spiegel kann leicht im Blut bestimmt werden. Ich empfehle meinen Patienten ihren Spiegel zweimal im Jahr zu überprüfen.

Fachinfo: Die Vitamin D-Bildung im Körper geht vom Cholesterin aus. Mit Hilfe des UV-B Lichtes der Sonne bildet sich das Provitamin D3, welches in der Leber zu 25-OH-Vitamin D (Calcidiol) umgewandelt wird. Durch das Enzym 1-alpha-Hydroxylase, welches sich in den meisten Organen und Geweben des Körpers befindet (vor allem in den Nieren), wird das aktive 1,25-OH2-Vitamin D (Calcitriol) gebildet.

Zur Kontrolle des Spiegels wird der initiale 25-OH-Vitamin D-Spiegel bestimmt und nach 4 Wochen der Substitution eine weitere Messung inklusive des Calciumspiegels vorgenommen. 

Liegt eine Mangelsituation des aktiven Vitamin D in Form des 1,25-OH2-Vitamin D vor, wird das 25-OH-Vitamin D im Rahmen der homöostatischen Regulation sehr schnell in die aktive Form umgewandelt und daher steigt der 25-OH-Vitamin D-Spiegel auch erst signifikant nach 4-6 Wochen. Durch einen Serumspiegel von größer 100 nmol/l kann ein sekundärer Hyperparathyreoidismus und ein damit verbundener erhöhter Calciumspiegel vermieden werden (Calcium sollte bei jeder Vitamin D-Kontrolle mitbestimmt werden)

Eine optimale Versorgung mit Vitamin D ist bei einem Spiegel von 40-60 ng/ml bzw. 100-150 nmol/l erreicht. Intoxikationen sind erst ab einem Spiegel von 325 nmol/l bzw. 150ng/ml zu erwarten.

Die positive Wirkung des Vitamin D bei diversen entzündlichen Erkrankungen, wie z.B. dem Morbus Crohn beruht auf einer Dämpfung der Aktivität von Th2 Zellen und dem damit verbundenen Rückgang der Expression proentzündlicher Zytokine, allen voran des TNF-alpha. Durch diesen Mechanismus entsteht auch eine positive Wirkung auf den Verlauf von Autoimmunkrankheiten. TNF-alpha erhöht ebenfalls die Insulinresistenz und zusammen mit der Tatsache, dass das Pankreas nur bei normalem Vitamin D-Spiegel ausreichend Insulin produzieren kann, leiten sich folglich die positiven Effekte in Bezug auf Diabetes Mellitus ab.


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